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Leipziger Synagogalchor

Der Leipziger Synagogalchor ist ein Unikat in der deutschen Musikgeschichte. 1962 wurde er von dem jüdischen Kantor Werner Sander gegründet, um die nach der Schoah nur noch in wenigen Quellen überlieferte Chormusik der reformierten Synagogen wieder aufführen zu können. Gleichzeitig begann Sander, jiddische und hebräische Lieder für gemischten Chor zu arrangieren.

 

Der aus nichtjüdischen Sänger*innen bestehende Laienchor, der bis zur Wende unter der Trägerschaft des Verbandes der jüdischen Gemeinden in der DDR stand, eroberte sich in den zwei deutschen politischen Systemen einen festen, doch mit seinem besonderen Repertoire und seiner Botschafterfunktion ganz und gar nicht alltäglichen Platz in der Chorlandschaft.

 

2017 wurde das Ensemble mit dem Obermayer German Jewish History Award geehrt. Auf Initiative des Chores wurde 2020 die „Revitalisierung synagogaler Chormusik des 19. und 20. Jahrhunderts Mittel- und Osteuropas“ als gutes Praxisbeispiel in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Der Leipziger Synagogalchor ist Mitglied im Netzwerk Tolerantes Sachsen und wird vom Kulturamt der Stadt Leipzig institutionell gefördert. Seit September 2022 ist Philipp Goldmann der Künstlerische Leiter des Ensembles.

Auf dem Louis Lewandowski Festival 2013 in der Synagoge Rykestr. Berlin (Foto: Rolf Walter)