Ludwig Böhme wird Leiter des Windsbacher Knabenchores

Nun darf verkündet werden: Ludwig Böhme wird ab September 2022 den renommierten Windsbacher Knabenchor leiten! Wir freuen uns natürlich sehr für ihn und für Windsbach und gratulieren von Herzen!
Aber wir sind gleichzeitig traurig, ihn in unserem 60. Jahr, in seinem zehnten, ziehen lassen zu müssen. 142 Konzerte und Veranstaltungen haben wir gemeinsam vorbereitet und gegeben, und vielleicht wird unser Jubiläumskonzert im November sogar das 150. sein! Denn bis dahin haben wir noch einiges vor.
Der Meister selbst fasst es so zusammen: „Große Veränderungen kennzeichnen die letzten Jahre. Nun betreffen sie auch mich. Trotz aller Vorfreude auf die neue Aufgabe verlasse ich Leipzig natürlich auch mit einem weinenden Auge: seit 1986 lebe ich hier, seit zehn Jahren leite ich (sehr gern!) den Leipziger Synagogalchor. Es waren (und sind) zehn schöne, intensive und erfüllende Jahre, zuletzt leider von der Pandemie geprägt und nicht so, wie wir das geplant hatten. Auch unsere für Mai 2022 geplante Ukraine-Reise, auf die wir uns alle sehr gefreut hatten, kann aus bekannten Gründen nicht stattfinden. Dennoch: ich bin von Herzen dankbar über die Zeit mit dem Leipziger Synagogalchor, über das, was wir gemeinsam verwirklicht haben und über das, was ich lernen konnte. Das ist eine große Bereicherung. Der Abschied fällt nicht leicht! Ich möchte mit dem Synagogalchor und all denen, die mit dem Chor nahe stehen, selbst gern verbunden bleiben. Mit dem Festkonzert zum 60-jährigen Bestehen am 12.11.2022 im Leipziger Gewandhaus werde ich mich verabschieden und die künstlerische Leitung eines wunderbaren Chores an meine/n Nachfolger/in übergeben.“

Danke, Ludwig!

Pressemeldung

Digitale Vernetzung: Leipziger Synagogalchor stellt Aufführungsdaten online zur Verfügung

Das knapp sechs Jahrzehnte umfassende Chorarchiv ist nun für jedermann zugänglich – und darf kontinuierlich erweitert werden

Um mehr als 760 Einträge reicher ist nun die Datenbank musiconn.peformance, denn ab sofort ist auch der Leipziger Synagogalchor mit seinem umfangreichen Archiv dort vertreten. Das im Rahmen des Fachinformationsdienstes Musikwissenschaft freigeschaltete Portal der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden dient der komfortablen Recherche nach musikalischen Aufführungen von den Anfängen des Konzertwesens bis hin zur Gegenwart. Es vernetzt die Forschungsdaten verschiedenster Partner. Zu den Institutionen, die bisher ihre Archive für das Portal geöffnet haben, zählen u. a. die Staatsoper Dresden, die Frankfurter Museumsgesellschaft, die Albert-Lortzing-Gesellschaft, die Dresdner Philharmonie, der Dresdner Kreuzchor und der Leipziger Thomanerchor und seit November auch der Leipziger Synagogalchor.

Das Leipziger Ensemble hat die coronabedingte Zwangspause genutzt und für musiconn.performance alle verfügbaren Materialien des Chorarchivs ausgewertet. Dazu zählen Programme, Plakate, Ankündigungen, Anzeigen, Einladungen sowie Rezensionen von 1963 bis 2020. Die erfassten Daten Orte, Anlässe, Mitwirkende, Veranstalter, Werktitel, Komponisten veranschaulichen die große Bandbreite des jüdischen Repertoires und deren Aufführungen in zahlreichen Konzerten im In- und Ausland, bei Gedenk- und Festveranstaltungen, in Gottesdiensten und anderen Veranstaltungsformaten. Das Projekt bietet eine breite Forschungsgrundlage zur Darstellung der Pflege jüdischer Musik in der DDR sowie in Deutschland nach 1990.

Die Datenbank ist nicht nur für Wissenschaftler zugänglich. Jeder kann und darf sich informieren, stöbern und recherchieren: Wie oft wurde Louis Lewandowskis „Ma towu“ aufgeführt? Welche Kompositionen von Samuel Lampel wurden aufgeführt? Welche Solist*innen und Orchester musizierten mit dem Chor? Wann und wo gastierte das Ensemble in Polen oder Israel? Welchen Anteil hat der Chor an der Erinnerungskultur in Ost und West? Alle Antworten sind ab sofort unter https://performance.slub-dresden.de auffindbar.

Doch längst ist nicht alles lückenlos erfasst, daher bittet der Chor Publikum, Veranstalter, Archive und ehemalige Sänger*innen um Mithilfe: Wer über Material aus der Geschichte des Chores verfügt, darf sich gern bei uns melden und dazu beitragen, das digitale Archiv weiter zu bereichern.

Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

13. März 2020. Wir freuen uns sehr, dass auf unsere Initiative hin die “Revitalisierung synagogaler Chormusik des 19. und 20. Jahrhunderts Mittel- und Osteuropas” in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden ist – als gutes Praxisbeispiel für die Erhaltung des Kulturerbes!

Seit seiner Gründung 1962 widmet sich der Leipziger Synagogalchor ausschließlich jüdischer Musik. Die synagogalen Gesänge, die in den liberalen (und mit Orgeln ausgestatteten) Synagogen entstanden, sind dabei Hauptanliegen des Chores. Die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes war uns seit langem ein Anliegen, für das wir zahlreiche andere Ensembles und Institutionen (Synagogal Ensemble Berlin, Shalom Chor Berlin, Synagogalchor Hannover, Synagogenchor Dresden, Abraham Geiger College Potsdam, HfM Weimar/ Lehrstuhl für die Geschichte jüdischer Musik, Villa Seligmann Hannover, Louis Lewandowski Festival Berlin) für einen gemeinsamen Antrag bei der Deutschen UNESCO-Kommission unter unserer Federführung gewinnen konnten.
Im Schreiben der Kommission heißt es: „Das Expertenkomitee würdigt, dass sich diese Musiktradition an europäisch-christlicher Musik orientiert, aber gleichzeitig ihre jüdischen Wurzeln bewahrt hat. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten in den 1930er Jahren und der daraus folgenden Zerstörung der Synagogen und Verfolgung der Juden verschwand auch die synagogale Chormusik. Besonders positiv anzumerken ist, dass die Musiktradition heute von einigen Chören wiederbelebt wird, die das Repertoire der Komponisten der synagogalen Chormusik einstudieren und weiterentwickeln – auch im Austausch miteinander – und diese in Konzerten und Festivals zur Aufführung bringen.“

Bloch im Bahnhof

Nun ist es online – unser Video zum Abschlusskonzert der Jüdischen Woche vom 30. Juni 2019. Wie bewegend, den Moment noch einmal zu erleben, als 800 Menschen im Leipziger Hauptbahnhof dem chorsinfonischen Sabbat-Morgengottesdienst “Avodath Hakodesh” von Ernest Bloch lauschten.
Zum Video


Cantate l’Adonai – Singet dem Herrn

Zum Kurt Weill Fest im März 2019 hatte unser neues Gemeinschaftsprojekt mit dem Kammerchor Josquin des Préz Premiere: “Cantate l’Adonai – Psalmen aus Synagogen und Kirchen”. In den nächsten Monaten werden wir das von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen geförderte Programm in sächsischen Städten präsentieren. Die Schirmherrschaft über die Konzertreihe, die ein musikalisches Zeichen für Toleranz und friedliches Zusammenleben setzt, hat der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer übernommen.
Termine: 4. Mai Bautzen, Dom St. Petri, 5. Mai Waldenburg, St. Bartholomäus, 5. Oktober Zwickau, Friedenskirche, 6. Oktober Döbeln St. Nicolai

Tolerantes Sachsen

Der Leipziger Syngagogalchor e. V. ist seit Oktober 2018 Mitglied im Netzwerk Tolerantes Sachsen!
Das Netzwerk ist eine Plattform von etwa 100 sächsischen Initiativen, Vereinen und Organisationen, die sich für die Förderung demokratischer Kultur und gegen Antisemitismus und Rassismus einsetzen.

Eine neue CD entsteht

P1030097aZur Zeit arbeiten wir zusammen mit dem Kammerchor Josquin des Préz an einer neuen CD – “Klingende Toleranz”. Wir nehmen das historische Konzertprogramm aus der Leipziger Gemeindesynagoge von 1926 auf, das wir 2015 in Leipzig und 2018 zum Kurt-Weill-Fest in Dessau mit großem Erfolg wiederaufgeführt haben.


Mit dabei: Tilmann Löser (Orgel), Thomasorganist Ullrich Böhme (Orgel), Henrik Hochschild (Violine), Anja Pöche (Sopran), Susanne Langner (Mezzosopran) und Kantor Assaf Levitin (Bassbariton).

Zu hören sind Werke jüdischer und christlicher Komponisten: Louis Lewandowski, Samuel Lampel, Salomone Rossi, Salomon Jadassohn, Johann Sebastian Bach, Arcangelo Corelli, Georg Friedrich Händel, Felix Mendelssohn Bartholdy und Arnold Mendelssohn.

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Die CD wird im Januar 2019 bei querstand erscheinen.
Tonmeister: Tobias Hoff, Leitung: Ludwig Böhme.
Wir danken Herrn Dr. Arend Oetker für die freundliche finanzielle Unterstützung unserer CD-Produktion.