18. November 2013 “Tief beeindruckende Klänge”

Wolfenbüttel. Der Leipziger Synagogalchor gastierte in der St.-Trinitatis-Kirche. Musik als Geschenk Gottes – von diesem Verständnis ist der Gemeindegesang in der Synagoge durchdrungen. Ludwig Böhme, künstlerischer Leiter des Leipziger Synagogalchores, beließ es nicht bei bloßen Erklärungen. Beim Konzert seines Chores in St. Trinitatis konnten sich 150 Zuhörer von der Ausdruckskraft der rituellen Gesänge, mehrheitlich komponiert im 19. Jahrhundert, überzeugen. Fast zu schön für unser Verständnis sakraler Musik? Nein, aber inniger, emotionaler, ja, mitreißender als das, was lutherische Strenge im Gottesdienst erlaubt. Continue reading

16. September 2013 “Spuren in der Stadt”

Zum Wandelkonzert der Leipziger Notenspur-Initiative auf den Spuren jüdischer Musikkultur in Leipzig:

Wegen des Regens sang der Leipziger Synagogalchor nicht an der Gedenkstätte, sondern in der Thomaskirche, was mir zunächst seltsam erschien. Aber Griseldis Wenner, die ganz wunderbar durch alle Programmpunkte führte, beruhigte mich und andere Zweifler, dass das auch früher nicht unüblich gewesen sei. Die Thomaner hätten manchmal, wenn es dem Synagogalchor an Stimmen gefehlt hätte, sogar ausgeholfen. Drüben, in der Großen Synagoge, die da bis 1938 stand, bis zur Nacht des 9. November. Das es jüdische sakrale Gesänge gibt, dürfte ja nun kein Geheimnis sein. Das es auch Chöre und sogar Orgeln in Synagogen gab, war mir völlig neu. Ich kannte bis dahin nur den Wechselgesang zwischen Vorsänger und Gemeinde.  Allerdings waren (seit dem 19. Jahrhundert)  diese Art Chöre wohl nur in Deutschland und Mitteleuropa anzufinden. Diese Tradition fand mit der Machtergreifung der Nazis ein jähes Ende und spielt wohl auch heute keine Rolle mehr. Der Leipziger Synagogalchor nun, es gibt ihn, erfahre ich verblüfft, schon seit 50 Jahren, bewahrt und pflegt die Tradition, hält die Erinnerung an Komponisten wie Samuel Lampel, Samuel Naumbourg oder Louis Lewandowski wach und singt auch noch in der Art Hebräisch, wie es früher in Deutschen Synagogen gesprochen wurde. Und die Musik? Ich bin hin und weg. Es ist ..  gewaltig, beeindruckend, berührend. Der Tenor ist großartig. Ehrfürchtig lauschen wir den Gesängen und trauen uns tatsächlich erst zu klatschen, als die Moderatorin dazu auffordert.

Aus dem Blog von Gertje Edelmann, http://inchtomania.wordpress.com/2013/09/16/spuren-in-der-stadt/

14. April 2010 “The Leipziger Synagogalchor (Leipzig Synagogue Choir) in Israel”

The Leipziger Synagogalchor (Leipzig Synagogue Choir) was founded in 1962 by Werner Sander. As of 1972, cellist and opera tenor Helmut Klotz has been its musical director. Having sung in the role the Evangelist in J. S. Bach’s Passions, Klotz was now taking on the role of cantor of the Jewish synagogue. The mission of the choir is to preserve German synagogue- and Jewish music of the 19th- and 20th centuries; its repertoire also includes Yiddish- and Hebrew songs and works of contemporary Jewish composers. Continue reading

31. März 2010 “Die wollen lieber Pop-Musik”

Eliyahu Schleifer, Jerusalemer Professor für Geistliche Musik, über Tradition und Zukunft

Leipziger Synagogalchor im Jahr 2008. Eliyahu Schleifer, als Professor für geistliche Musik am Jerusalemer Hebrew Junion College über Jahrzehnte die graue Eminenz in der Ausbildung jüdischer Kantoren und seit seiner Emeritierung noch immer mit der Erforschung synagogaler Musik beschäftigt, ist einer der Initiatoren und der Organisator der Israel-Tour des Leipziger Synagogalchors. Peter Korfmacher sprach mit ihm über die Bedeutung der Arbeit des sächsischen Ensembles. Continue reading

29. März 2010 “Für solche Momente”

Letzte Station der Israeltournee führt Leipziger Synagogalchor nach Jerusalem und Nazareth

Jerusalem/Nazareth. Mit einem Auftritt im Kibbuz Kfar Hachoresh nahe Nazareth, einem Konzertgottesdienst in der Synagoge des Hebrew Union College Jerusalem und einem Konzert in der Himmelfahrtskirche am Ölberg endete am Wochenende die Israel-Tournee des Leipziger Synagogalchors. Seit Mittwoch standen sechs Auftritte auf dem Programm. Heute kehrt das Ensemble zurück. Continue reading

27./28. März 2010 “Symbolik”

Bei den Konzerten des Leipziger Synagogalchors in Israel hat das Publikum oft Tränen in den Augen

Nach dem vor allem symbolischen Konzert in der Gedenkstätte von Yad Vashem ging die noch bis Montag dauernde Israel-Tournee des Leipziger Synagogalchors gestern mit normalen Auftritten in Herzliya und Tel Aviv weiter. Das Auditorium im Museum der jüdischen Diaspora in Tel Aviv ist voll. Und Harald Kindermann, Botschafter der Bundesrepublik in Israel, sagt hinterher bei seinem Empfang für die Musiker aus Leipzig, er habe “sehr viele Menschen gesehen, die fließend und akzentfrei Deutsch sprechen”, die aber noch nie den Weg in seine Botschaft gefunden hätten. Continue reading

26. März 2010 “Klingendes Gedenken”

Der Leipziger Synagogalchor besucht auf seiner Israel-Tournee Yad Vashem

Jerusalem. Am Dienstag ist der Leipziger Synagogalchor mit seinem Leiter Helmut Klotz zu seiner zweiten Israel-Tournee aufgebrochen. Seit der ersten im Jahr 1993 hatte es zweimal im letzten Moment nicht geklappt. Wegen der prekären Sicherheitslage im Heiligen Land. Nun also lief im Vorfeld alles glatt. Das erste von sechs Konzerten in vier Tagen fand am Mittwoch in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem statt. Continue reading

5. November 2009 “Wie es das Schicksal will”

“Leipziger Ware” – im Zentrum jüdischer Kultur in Leipzig ist das ein bekannter Qualitätsbegriff. Durch die Initiative Werner Sanders ist “Leipziger Ware” auch ein Synonym für musikalisch-literarische Qualität. Gut etabliert ist die so betitelte Reihe. Der Musikpädagoge wollte dem von ihm gegründeten Leipziger Synagogalchor Öffentlichkeit geben. Continue reading

22. September 2009 “Emotional bewegendes Erlebnis”

Leipziger Synagogalchor gibt Konzert im Festsaal des Altenburger Schlosses

Altenburg. Neben dem umfangreichen regelmäßigen kulturellen Angebot der städtischen Einrichtungen, der Kirchen und der Vereine in Altenburg gibt es jährlich immer einige kulturelle Höhepunkte, die man nicht verpassen sollte, weil sie einmalig sind. Dazu gehört auch sicher das Konzert des Leipziger Synagogalchores am Sonntagspätnachmittag im Festsaal des Schlosses. Continue reading