21. März 2005 Sao Paulo

“Nie zuvor haben in São Paulo deutsche und jüdische Institutionen so intensiv zusammengearbeitet wie für die Veranstaltungsreihe Jüdisches Leben in Deutschland heute, die am 5. März 2005 in der Hebraica eröffnet wurde, einem der weltweit größten jüdischen Kultur- und Freizeitclubs”, sagt Joachim Bernauer, Leiter der Programmarbeit am Goethe-Institut São Paulo. “Organisiert wurde das Projekt gemeinsam von der Hebraica, der jüdischen Gemeinde CIP, dem Jüdischen Kulturzentrum, dem deutschen Generalkonsulat und dem Goethe-Institut São Paulo. Das Programm umfasst die Architektur-Ausstellung In einem Neuen Geiste – Die Synagogen des Alfred Jacoby, verschiedene Diskussionsrunden zu Kultur und Architektur, einen Filmzyklus, und natürlich die fünf Konzerte des Synagogalchors Leipzig. Sobald sich die Zusammenarbeit für diese Veranstaltungsreihe abzeichnete, stand für mich fest, dass wir versuchen mussten, den Synagogalchor Leipzig einzubinden. Und es grenzt an ein Wunder, dass dies in so kurzer Zeit realisiert werden konnte. Es ist vor allem den vereinten Kräften des Chors und der Abteilung Musik II des Goethe-Instituts zu verdanken, sowie unseren Partnern in São Paulo, die sich schnell dazu bereit erklärten, den Aufenthalt des Chors in São Paulo tatkräftig zu unterstützen. Die Konzerte füllten dann auch wirklich die Synagoge und die Konzertsäle, und die emotionale Energie der Musik berührte Hunderte von Menschen. Die jüdische Gemeinde CIP (Congregação Israelita Paulista) wurde von deutschen Flüchtlingen gegründet und ist heute zur größten jüdischen Gemeinde Südamerikas angewachsen. Viele der Gemeindemitglieder waren mit den Kompositionen, die der Chor vortrug, aus ihrer Kindheit vertraut. Die positive symbolische Kraft, die in der Tatsache liegt, dass ein nichtjüdischer Chor aus Leipzig sich auf so hohem Niveau für den Erhalt der jüdischen Synagogalmusik engagiert, kann kaum überschätzt werden. Unsere jüdischen Partner sind voll des Lobes für die Zusammenarbeit und für die Konzerte. Das Programm, so betonen unsere Partner, hat nicht nur die jüdischen Institutionen in São Paulo mit den deutschen Partnern zusammengebracht, sondern führte sogar zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den jüdischen Partnern selbst. Die Möglichkeit der Freundschaft zwischen den Juden São Paulos und den Nichtjuden aus Deutschland wurde auch durch die andere Teile der Veranstaltungsreihe deutlich, aber gefühlt haben wir sie ganz besonders durch das gemeinsame Erlebnis der Konzerte.”

Joachim Bernauer, Goethe-Institut São Paulo

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